COOPERATIVE ACTION!

Projekte in Liberia (Monrovia)

Nach dem Leitsatz "Neue Perspektiven auf alten Routen" engagierte sich Cooperaxion seit 2008 in Liberia in zwei Projekten: Zum einen Kick for Your Future! insbesondere zu Berufsbildung und zum andern in einem Plastik-Recycling-Projekt. Aus wirtschaftlichen Gründen musste diese Unterstützung im Jahr 2020 vorläufig eingestellt werden.

Kick for The Future!


Perspektiven in den Slums Monrovias, Liberia

Liberia – das Land der befreiten Sklaven, kämpft noch immer für Freiheit und demokratische Verhältnisse. Vom 14-jährigen Bürgerkrieg (1989 – 2003) erholt sich das Land nur schleppend. Zwei Drittel der rund 3,9 Millionen Menschen leben noch immer in Wellblechhütten, mit weniger als einem Dollar Einkommen pro Tag; meist ohne Strom, ohne sauberes Trinkwasser und ohne sanitäre Einrichtungen. Über 70 Prozent der jungen Erwachsenen sind arbeitslos.


Berufsbildung und sinnvolle Freizeitaktivitäten

Von 2008 bis 2020 unterstützte Cooperaxion die lokale Entwicklungsorganisation YOCADS in ihren Bestrebungen, Jugendlichen in den Slums von Monrovia zu neuen Perspektiven vor Ort zu verhelfen. YOCADS hat in den am meisten von Armut betroffenen Quartieren Monrovias, Soniwein (22’000 Personen) und Clara Town (65’000 Personen), ein basisnahes Berufsbildungssystem eingeführt und eine sinnvolle Freizeitstruktur wie Fussballprogramme oder kulturelle Aktivitäten geschaffen. Dank Berufsanlehren in lokalen Betrieben, zum Beispiel als Schreiner, Mechaniker oder Coiffeur, erarbeiteten sich Jugendliche neue Perspektiven auf dem lokalen Arbeitsmarkt. Einige der mehr als 300 Absolventen wurden auf ihrem Weg in die berufliche Selbstständigkeit unterstützt. Zusätzlich gaben Workshops zur Friedensförderung, Abfallmanagement und zu HIV/Aids Prävention den Jugendlichen Rückhalt für (über-)lebenswichtige Situationen.


Youth Against Ebola!

Im Zuge der Ebola Epidemie in Westafrika 2014/2015 erkrankten rund 28’000 Menschen am Ebola Virus, mehr als 11’000 starben. Auch die Quartiere Soniwein und Clara Town in Monrovia, der Hauptstadt Liberias waren von der Epidemie betroffen. Schulen wurden geschlossen, Menschenansammlungen gemieden und Geschäfte waren ohne Kunden. Die Jugendorganisation YOCADS reagierte schnell und effizient auf die Krise: Mit Flyern und Plakaten informierten die MitarbeiterInnen in den Quartieren, gingen von Haus zu Haus und verteilten Hygieneartikel. Die persönliche und direkte Informations- und Aufklärungsarbeit von YOCADS leistete einen entscheidenden Unterschied im Kampf gegen Ebola. Seit Juni 2016 gilt Liberia offiziell als ebolafrei.


Neue Perspektiven durch Berufsanlehren

Geraldine Mimmo hat in ihrer Berufs-ausbildung als Mechanikerin vor allem viel über sich selbst gelernt. Zum Beispiel sich gegenüber ihren Arbeitskollegen durchzusetzen. Diese und andere Geschichten aus dem Projekt finden Sie hier.

Plastic Recycling Projekt


Wiederverwertung und Sensibilisierung

Liberia verfügt über keine organisierte Abfallentsorgung. Mit internationalen Geldern werden lediglich die Hauptstrassen in unregelmässigen Abständen gesäubert und der ungetrennte Abfall auf einer Deponie ausserhalb der Stadt entsorgt. In den dichtbesiedelten Quartieren bleibt der Müll liegen. Dort sammelt er sich in den Kanälen, am Ufer der Flüsse und auf freien Plätzen. Besonders die Plastikabfälle sind ein grosses Ärgernis.

So wird aus zwei Kilo Plastik ein Kilo Reis

Lawrence Saye arbeitet als Assisting Field Supervisor bei Green Cities, dem lokalen Partner von Cooperaxion in Monrovia. Dort sammelt er nicht nur Abfall in den Quartieren und in Büros, sondern bedient auch die Maschinen, die den Abfall wiederverwertbar machen. Erfahren Sie hier mehr über die Arbeit im Recycling Center.

Das liberianische Social Business Green Cities Inc. von James Mulbah im Stadtzentrum Monrovias kämpft auf lokaler Ebene gegen das grosse Abfallproblem in Monrovia an. Seit 2013 kauft das Kleinunternehmen mit der Unterstützung von Cooperaxion Materialien wie Alu, Glas, Altmetall und Plastik an und verkauft diese als wiederverwertbare Rohstoffe weiter. Die BewohnerInnen der umliegenden Quartiere können entsprechende Abfallprodukte in das Center bringen und erhalten dafür pro Kilogramm eine Vergütung je nach Material. Das landesweit erste Recyclingcenter beschäftigt rund 20 junge Erwachsene. Sie sortieren, waschen, schreddern oder heckseln diverse Materialien, wie zum Beispiel gebrauchtes Hartplastik oder die Trinkwassersäckli und sensibilisieren für den Umgang mit Abfall.

Das Plastik Recycling Projekt gibt dem in den Slumquartieren omnipräsenten Plastikabfall einen Wert, trägt zu einer sauberen Umwelt bei und schafft neue Einkommensmöglichkeiten für die QuartiersbewohnerInnen. Mit dem Ertrag aus dem Sammeln von Altplastik können sie sich zum Beispiel Reis kaufen. 

Video: Zukunftsperspektiven im Recycling

Der englischsprachige Beitrag der Deutschen Welle zeigt, wie Plastik-Recycling in Liberia funktioniert, weshalb die Wiederverwertung von Abfall notwendig ist und wie das Green Center Jobmöglichkeiten in der Hauptstadt Liberias generiert. Hier gehts direkt zum Video.



Die Unterstützung des Plastik-Recycling-Projektes im Zentrum Monrovias musste Cooperaxion nach siebenjähriger Unterstützung auf Ende 2020 aus wirtschaftlichen Gründen einstellen. Hier finden Sie einen hintergründigen Bericht über diese Arbeit:

PRP Impressionen