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Von Schweizer Auswanderern und Missionaren

An der Erschliessung von Afrikas Küsten durch europäische Seemächte beteiligen sich auch Schweizer. Sie stehen im Dienst der Kolonialmächte oder wandern als Handwerker und Bauern aus - und halten sich in Afrika Haussklaven. Christliche Missionen, welche im 19. Jahrhundert das Unrecht des Sklavenhandels wieder gutmachen wollen, sind von der Sklavenhaltung ihrer Missionare in Afrika erschüttert.

Das Cape Coast Castle im heutigen Ghana um 1990 - Quelle: University of Virginia DML

Das holländische Kolonialreich will im 17. Jahrhundert an der Südspitze Afrikas einen Versorgungsstützpunkt für den Schiffsverkehr zwischen Europa und Asien aufbauen. Einige Schweizer Auswanderer folgen dem Ruf der Niederländischen Ostindien-Kompanie und siedeln sich am Kap an. Zwischen 1652 und 1795 wandern etwa 450 Männer und einige wenige Frauen ein, über ein Drittel von ihnen stammt aus dem Kanton Bern. Sie arbeiten dort als Handwerker, Händler und Bauern und Offiziere. Und sie halten sich Haussklaven, wie die anderen europäischen Einwanderer auch.

Das grosse Sklavenhandelsfort Cape Coast im heutigen Ghana scheint 1652 von Isaac Miville, einem Basler im Dienst der Schwedischen Afrika Kompanie gegründet worden zu sein.

Die Basler Mission in Westafrika

Die Basler Mission lässt sich 1827 in Westafrika nieder, wo sie mit dem Problem des Fortbestehens der Sklaverei konfrontiert wird. In den Anweisungen an die Missionare steht, dass das den Afrikanern durch den transatlantischen Sklavenhandel zugefügte Unrecht wieder gutgemacht werden müsse. Die Entschlossenheit, mit der die Basler Leitung die Institution der Sklaverei verurteilt, wird erschwert durch die zwiespältige Haltung mancher Missionare und die tiefe Verankerung des Sklavensystems in den afrikanischen Gesellschaften.

1843 eröffnet die Basler Mission eine Station in Akropong an der Küste des heutigen Ghanas. Zu diesem Zweck hat der Missionar Andreas Riis in Jamaica 24 ehemalige Sklaven angeworben, welche bereits englisch sprachen und den christlichen Glauben angenommen hatten. Sie sollen fünf Jahre für die Station in Akropong tätig sein, bevor sie in ihr Heimatland zurückkehren können. Nachdem Riis mit ihrer Hilfe die Station aufgebaut hat, kauft er sich in der Nähe eine Plantage und Sklaven, die das Grundstück bewirtschaften. Als die Leitung der Mission dies erfährt, verhängt sie Sanktionen gegen Riis. In diesem Zusammenhang bezieht die Missionsleitung erstmals klar Stellung gegen die Sklaverei.

Kirche der Basler Mission in Kamerun - Quelle: Deutsche Schutzgebiete1860 wird die Sklavereifrage an einer Missionarskonferenz in Akropong wieder thematisiert: Mehrere afrikanische Katechisten der Basler Mission in Westafrika halten nach wie vor Sklaven. Eine von der Missionsleitung geforderte Untersuchung bringt ans Licht, dass 23 Missionsangehörige insgesamt 242 Sklaven besitzen. Daraufhin entbrennt ein Debatte, die sich über Jahrzehnte hinzieht: Das eine Lager, zu dem die Mehrheit der Missionsleitung gehört, ist für ein völliges und sofortiges Verbot der Sklavenarbeit, während das andere Lager eine Übergangslösung zur Abschaffung befürwortet, um der Realität vor Ort besser gerecht zu werden. Viele Missionare in Westafrika befürchten, das Verbot einer in der afrikanischen Gesellschaft zutiefst verankerten Institution werde afrikanische Sklavenhalter von einem Beitritt zur Mission abhalten und das Wachstum der Gemeinde bremsen. Nach vielen Diskussionen beschliesst die Basler Mission 1862 einen Kompromiss: Sklaven müssen innerhalb von zwei Jahren freigelassen werden, die Sklavenbesitzer werden dafür jedoch entschädigt. Da die Mission die Entschädigungszahlungen nicht selbst übernehmen will, müssen die meisten Sklaven noch vier bis fünf Jahre für ihre Herren weiterarbeiten, um den Kaufpreis zurückzahlen zu können.

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Quellen:
Thomas David/Bouda Etemad/Janick Marina Schaufelbühl, Schwarze Geschäfte, Die Beteiligung von Schweizern an Sklaverei und Sklavenhandel im 18. und 19. Jahrhundert, Zürich 2005.
Hans Fässler, Reise in Schwarz-Weiss, Schweizer Ortstermine in Sachen Sklaverei, Zürich 2005.
Historisches Lexikon der Schweiz: Kolonialismus: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D26457.php?PHPSESSID=205b003b6969d35835d11c17773c15ff
http://www.miville.net

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